Wir haben es geschafft!

Das WS 2008 ist beendet.
Wir haben es erfolgreich abgeschlossen!

Erfolgreich deshalb, weil jene Mehrheit welche die Studieneingangsphase nicht überlebt, meist keine notiz von dieser imaginären Hürde nimmt. Eigentlich ist ja wirklich nichts schlechtes daran sich umzuentscheiden, gerade als junger Mensch könnte man glauben ist es besonders gut und gern gesehen, wenn man viele Dinge ausprobiert. Schließlich sugeriert uns die Wirtschaft dieser Tage sowieso, das wir nehmen müssen was noch zu kriegen ist. Wieso vermischt sich hier Sieg mit Bitterkeit. Wieso hab ich immer öfter das Gefühl mich vor Gleichaltrigen für meinen Ehrgeiz schähmen zu müssen?

Ich spreche von dem Phänomen der „DropOut“-Quote einer statistischen Kennzahl, der in diesen Tagen sehr viel Bedeutung beigemessen wird. Diese Prozentzahl jener Studierenden, die sich ohne Abschluss von ihrer Studienrichtung imatrikulieren, versucht mein Institut, die Kultur- und Sozialanthropologie in Wien, unter den Erstsemestrigen besonders hoch zu halten. Grund dafür ist, dass die Mittelzuteilung zu den Instituten im besonderen Maße von deren „schnellen Abschlüssen“ abhängt. Gemeint ist damit wer seine Ausbildung in der Minimumzeit +1 tolleranz Semester beendet. Also hop hop schnell schnell durch das Studium rauschen und diesen unproduktiven Zustand möglichst schnell hinter sich lassen. Das errinert mich an einen Satz aus diessemestriger Pflichtliteratur:

„Je mehr die Sozialstruktur Freiräume für Reflexion anbieten kann, desto stärker können sich individuelle Reflexionskapazitäten entwickeln und umgekehrt.“
(Wissenschaftstheorie für Einsteiger;  Schülein/Reitzer; Wiener Universitäts Verlag; 2002; S. 20)

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